Ziel, Prinzipien und Essentials des Konzepts
Ziel des Konzepts
Ziel des Konzepts „Community Care“ ist es, die verschiedenen Determinanten eines befriedigenden und selbst bestimmten Alterns in einem quartierbezogenen Ansatz „unter einen Hut“ zu bringen. Abhängigkeiten sollen vermieden bzw. reduziert werden, Autonomie soll gestärkt, Mobilität gefördert und die Unterbringung in einer Institution verhindert werden.
„Quartierbezogen“ heißt auch, alle anderen Altersgruppen an diesem Konzept zu beteiligen. Ohnehin profitieren alle Generationen von den im Folgenden beschriebenen Prinzipien und Maßnahmen.
Prinzipien des Konzepts
Integration
Oberstes Prinzip des Konzepts ist der integrative Ansatz, d.h. alle anfallenden Bedarfslagen älterer Menschen am Wohnort zu befriedigen. Integrativ heißt auch, alle – auch nur am Rande – betroffenen anderen Mitbewohner an diesem Prozess zu beteiligen. Das sind in erster Linie Familien und Nachbarn, aber auch Ärzte, ambulante Pflegedienste, Therapeuten, Frisöre, Wäschereien, Bäckereien etc. müssen mit einbezogen werden, wenn integrative Versorgung funktionieren soll.
Es soll möglich werden:
- Möglichst viele Bedürfnisse „vor Ort“ befriedigen zu können
- Bei Hilfebedarf ein wohnortnahes Angebot zur Verfügung zur Verfügung zu haben
Diese Ziele einer „altenfreundlichen“ Gestaltung des Wohnumfeldes kommen auch allen anderen Generationen zu Gute.
Es gilt der Grundsatz:
Kleinräumigkeit
Gemeinsam mit ansässigen Mietern, Angehörigen der Älteren und kooperierenden Dienstleistern und Institutionen sollen Wohnungsbaugesellschaft und Nachbarschaftseinrichtungen Infrastrukturbedingungen schaffen, die ein Verbleiben im Wohnquartier in (fast) jeder Lebenslage ermöglichen.
Dazu gehören:
- Überblick verschaffen über Bedürfnis- und Problemlagen (besonders) der älteren Mieter. Hierbei ist die kostenneutrale Beteiligung von Universitäten und Fachhochschulen zu prüfen
- Unkomplizierte Erreichbarkeit eines „Hilfelotsen“ bei aktuellen Problemen
- Etablierung/Intensivierung von Nachbarschaftshilfe und hierfür notwendiger Strukturen
- Sensibilisierung der Nachbarschaft für Problemlagen Älterer
- Werbung und Begleitung von Freiwilligen/Ehrenamtlichen
- Generationsübergreifende Mieterbeteiligung
- Verfügbarkeit von Dienstleistungen, die geringere Mobilität und Unterstützungsbedarf von Mietern berücksichtigen. Dies sind vorrangig ältere Menschen, aber auch Behinderte, Akutkranke, Mütter mit Kleinkindern, Grundschulkinder etc.
- Barrierefreie, kommunikationsfördernde Gestaltung des Umfeldes.
- Einrichtung einer Beratungsstelle in der Nachbarschaftseinrichtung
- Realisierung von barrierefreien Wohnungen durch kostenträgerfinanzierte Maßnahmen – auch jenseits von DIN 18025.
Ein „sorgendes“ Gemeinwesen kommt über kurz oder lang an diesen Komponenten nicht vorbei. Welche der genannten Maßnahmen vordringlich realisiert werden sollen, sollte sich zum einen an den Bedürfnissen (vor allem) der älteren Mieter orientieren.
Selbstorganisation
Wie die voran gegangenen Kapitel schon anzeigten, sollen die meisten Maßnahmen von Betroffenen, Familienmitgliedern und Nachbarn (mit) getragen werden. Wir haben (aus Erfahrung!) großes Vertrauen in das Selbsthilfe- und Selbstorganisationspotenzial. Es bedarf aber häufig einer ordnenden Instanz, die das Engagement in Erfolg versprechende Aktionen führt. Dies ist die vorrangige Aufgabe der Projektpartner. Begleitend braucht es eine gute Öffentlichkeitsarbeit und Nachbarschaft stiftende „Events“. Wie dies im Einzelnen geschehen soll, ist im nächsten Kapitel beschrieben, in dem die einzelnen Bausteine vorgestellt werden.